Gesprächsstoff

Wolfgang Gropper: „Die Mischehe“ – plattdeutsche & bairische Ungereimtheiten

Plattdeutsche und bairische Ungereimtheiten: „Die Mischehe“ von Wolfgang Gropper

Ein Herzensprojekt des Künstlerehepaares Wolfgang und Annagerlinde Gropper

Eine literarisch-dialektische Mischehe oder plattdeutsche und bairische Ungereimtheiten. „Wolfgang Gropper war ein Feingeist, wenn es um das Theater ging, ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Kultur.“ So stand es in einer Würdigung seines Todes im Jahre 2016. Der Schauspieler, Regisseur und Intendant ist 1944 in Prien geboren und 2016 in Aschau gestorben. Kurz vor seinem Tod hat er noch zusammen mit seiner Frau Annagerlinde Dodenhoff eine CD besprochen mit dem Titel „Mischehe“.

Sie ist aus dem niedersächischen Worpswede, er aus dem Chiemgau, sie ist evangelisch, er katholisch, sie spricht platt, er bairisch, sie ist schnippisch, er valentinesk, sie mag Rotwein, er Weißwein, und nicht zuletzt: Sie ist eine Frau, er ein Mann. Ziehen sich solche Gegensätze an oder stoßen sie sich ab? Dieser Frage geht die vorliegende CD nach mithilfe von literarischen Texten.

„Plattdeutsche und bairische Ungereimtheiten“ verspricht diese CD der Beiden, die eine „dialektische Ehe“ führen. Aus ehelichen Flachsereien schälen sich literarische Texte über die Ehe und die Bayern: „Bauen, Brauen, Sauen“ sagt Lion Feuchtwanger in seinem Roman „Erfolg“ über die Bayern, „der enge Horizont ist eine Lebensform“, spottet Roger Willemsen, und Tony Buddenbrook aus dem Roman von Thomas Mann weiß nie, ob die Bayern grob oder freundlich reden.

Die längsten Passagen sind „Die Scheidung“ von Lena Christ, eine Erzählung, in der sich die Wildmoserin doch nicht scheiden lässt, und „Antwort aus der Stille“ von Max Frisch, „eine Erzählung aus den Bergen“, in der sich ein Paar im Gras findet.

Im Duett rezitieren sie „rudern zwei“, ein berührendes Gedicht von Rainer Kunze, im Duett singen sie fast das Gedicht „Für die Jugend“ von Robert Gernhardt und verknüpfen es mit „Ehekrach“ von Kurt Tucholsky, zitieren behutsam-einfühlend Gedichte von Theodor Storm und Rainer Maria Rilke (dessen „Liebeslied“), finden heraus, inwiefern Karl Valentin ein Vorfahr von Edmund Stoiber ist und enden mit Erich Fried: „Dich dich sein lassen.“ Eine Liebes-Kunst.

Text: Rainer W. Janka

Die CD ist für 18 Euro exklusiv erhältlich bei den Buchhandlungen Beer, Rosenheim, Buch und Cafe, Aschau, sowie im Eigenverlag Gropper unter Telefon 08036/7631 oder unter E-Mail: jockifeiner@gmail.com.